„….Skizzenhaft und mit erfrischender Expressivität entstanden diese Arbeiten im Rahmen eines Zyklus unter dem Thema: „…und fliegen wollen wir aus aller Schwere!“
Sie befassen sich mit der Beweglichkeit des Menschen als unumgängliche Reaktion auf sich verändernde Umstände. Es ist das Neue, was uns zur Bewegung auffordert…….die bizarren Bildsegmente sind austauschbar und lassen sich beliebig kombinieren. Sie suchen den Dialog mit dem Betrachter und wollen nicht klären sondern bewegen.

aus der in Freiburg erscheinenden
„Badischen Zeitung“ im Aug. 2008

Der Reiz von Stephan Hagers Arbeiten ergibt sich aus der sanften Zusammenführung realistischer und abstrakter Elemente. Selten hat man den Eindruck, daß die eine oder die andere Komponente den normalen Aufbau des Bildes beherrscht, oder es in seiner Wirkung beeinflusst. Graphisch streng sind sowohl die südländisch anmutenden Architekturteile als auch die Aktfiguren wiedergegeben. Hagers illustratorisches Können manifestiert sich aber vor allem in der überaus lebendigen und lebensnahen Schilderung seiner Tierdarstellungen. Sie sind in vielen seiner Bilder der einzige Bezug zur Realität. Schlangen, Ameisen, Frosch, Libelle, Gottesanbeterin oder Reiher sind zunächst der alleinige, nacherzählbare Bildinhalt.
Der Ort, in dem sich die gesamte Realität bewegt, scheint von der malerischen Technik her ein abstrakter Raum zu sein. Bestimmend dafür sind zwei Gestaltungsmerkmale, die sich konsequent in jedem der Bilder nachweisen lassen. Einmal markieren Linien, die sich aus einem Tropfen verlaufener Farbe entwickeln, das Umfeld. Zum anderen wechseln sich verschiedene Farbflächen im Bild ab. Die wohl gestisch mit einem farbgetränkten Pinsel aufgespritzte Farbfläche steht im Dialog mit der glatten, lasierenden Farbpalette.
Oftmals sind es jene schlichten, schattierenden Flächen, die den Raum zwischen den strukturgebenden Linien füllen. Dennoch wird dieser als abstraktes Moment, als Zufälligkeit gemeinter Raum als Lebensraum greifbar. Hier wirkt Hagers frühere Tätigkeit als Ausgrabungszeichner beim Römisch-Germanischen Museum in Köln in der Visualisierung von Gestein und Bodenschichtungen nach. Oftmals - und das gilt insbesondere für die Tierdarstellungen -wird das Flüchtige, Schnelle, Augenblickhafte einer Heuschrecke oder Echse erst durch die perspektivistische Unschärfe ihrer Umgebung deutlich. Auf den Betrachter wirkt das wie ein erhaschter Blick. Die gegenseitige Erhellung von realistischem Detail und abstrahiertem Umfeld darf auch humorvoll sein, z.B. in dem man die Bildtitel in die Betrachung mit einbezieht. »Seejungfer in Grün« heißt eines der großformatigen Bilder. Eine Seejungfer ist die Libellengattung, und eine Libelle sieht man auch, aber dennoch liegt der Gedanke an ein Fabelwesen nahe, das halb Mensch und halb Fisch ist. So wird die Libelle zu einem Zwischenwesen, ebenso wie der Frosch, der sich in dem Bild »Die Befreiung II« seiner Krone und damit seinem Mythos als Froschkönig entledigt.

Gabriele Diana Grawe
 

Am Anfang seiner Arbeit steht immer das Körperhafte - die Auseinandersetzung mit der Realität - zu deren Ausformung sich parallel ein abstraktes Umfeld entwickelt.
Die für Hagers Bilder typischen farblichen und graphischen Verspannungen, die durch Kreuzungen zum Teil Rechtecke oder Rauten bewirken, erinnern an die magischen Quadrate in der Höhle von Lascaux.

Bernhard Gross
 

...der Reiz Hagers Arbeiten ergibt sich aus der sanften Zusammenführung realistischer und abstrakter Elemente...

zu: " Maniotische Impression"  aus der WAZ im Januar 1993

 

...Am Anfang seiner Arbeit steht immer das Körperhafte- die graphischen Verspannungen in seinen Werken erinnern an die magischen Quadrate in der Höhle von Lauscaux ... zu : "Maniotische Impression"

           aus dem Kölner Stadtanzeiger   im November 1994

 

... die künstlerischen Mittel sind konventionell, die Ergebnisse hingegen vielseitig und voller Überraschungen... , die Arbeiten offenbaren eine tiefgründige Symbolik... 

aus dem TV, Trier vom 25.11.1999
 

... die Exponate dokumentieren ein Jahr der Auseinandersetzung mit dem " Tanz auf dem Seil" und sie scheint unerschöpflich zu sein... die verschiedenen Möglichkeiten sich dem Seil zu nähern, es zu betreten, gar zu tanzen, zu bewältigen, zu versagen und zu stürzen, werden ebenso berührt, wie die Psychologie des Einzelnen, des Paares oder der Gemeinschaft in dieser Situation....

zu: " die Tänzer auf dem Seil" aus dem TV, Trier 15.1 2001
 

... Bilder, die sich mit Freude, Lust, Verzweiflung und Verständnis mit- und füreinander auseinandersetzen...   zu": Mond, Mars- und Sonnenbilder" 

aus: Kunst- und Naturwissenschaft im Maarmuseum, Manderscheid Eifelzeitung im Januar 2004